18/08/2026 0 Kommentare
Die Teilnehmerin, die Angst hatte — und die Aufgabe am besten löste
Sie hatte als Kind schlechte Erfahrungen mit Pferden gemacht und wäre am liebsten am Rand geblieben. Am Ende des Vormittags hatte sie die sauberste Runde der ganzen Gruppe.
Sie hatte es vorher gesagt: Respekt, eigentlich Angst. Schlechte Erfahrungen mit Pferden in der Kindheit, seitdem großer Bogen um alles, was größer ist als ein Hund. Die ganze Situation war ihr unheimlich und für sie unübersichtlich — der Stall, die Geräusche, das Tier, von dem sie nicht einschätzen konnte, was es als Nächstes tun würde.
Genau deshalb machte sie etwas, was in der Gruppe sonst niemand tat: Sie hielt sich 100 % exakt an das, was der Coach vorgegeben hatte. Körperhaltung wie gezeigt. Stimme wie gezeigt. Die Peitsche als Verlängerung des Arms, nicht als Drohung, genau in der beschriebenen Höhe. Sie improvisierte nichts, sie kürzte nichts ab, sie verließ sich keine Sekunde auf ihr Gefühl — weil sie in der Pferdesituation keines hatte, dem sie hätte trauen können.
Das Pferd erkannte die Hilfen sofort. Präzise gegeben, verständlich, in der richtigen Reihenfolge. Es tat genau das, was es gelernt hatte, ruhig und kooperativ, Übung für Übung. Es wurden die saubersten Übungen des Vormittags — ohne Erfahrung, trotz Bedenken und Unsicherheit.
In der Nachbesprechung war sie erleichtert – und stolz. Ihr Learning formulierte sie selbst: In unbekanntem, sogar als unheimlich empfundenem Terrain kann es zum Erfolg führen, sich genau an die vorgegebenen Spielregeln zu halten und sich so durch die Situation zu bewegen. Viele Wege führen nach Rom – und zum Erfolg in den Übungen !
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