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        <title><![CDATA[Jörg Leitolf]]></title>
        <description><![CDATA[]]></description>
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        <lastBuildDate>Fri, 25 Sep 2026 10:15:26 +0000</lastBuildDate>                
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                                <title><![CDATA[Die Teilnehmerin, die Angst hatte — und die Aufgabe am besten löste]]></title>
                                <description><![CDATA[<p class="bodytext">Sie hatte als Kind schlechte Erfahrungen mit Pferden gemacht und wäre am liebsten am Rand geblieben. Am Ende des Vormittags hatte sie die sauberste Runde der ganzen Gruppe.</p><br /><p class="bodytext">Sie hatte es vorher gesagt: Respekt, eigentlich Angst. Schlechte Erfahrungen mit Pferden in der Kindheit, seitdem großer Bogen um alles, was größer ist als ein Hund. Die ganze Situation war ihr unheimlich und für sie unübersichtlich — der Stall, die Geräusche, das Tier, von dem sie nicht einschätzen konnte, was es als Nächstes tun würde.</p><p class="bodytext">Genau deshalb machte sie etwas, was in der Gruppe sonst niemand tat: Sie hielt sich 100 % exakt an das, was der Coach vorgegeben hatte. Körperhaltung wie gezeigt. Stimme wie gezeigt. Die Peitsche als Verlängerung des Arms, nicht als Drohung, genau in der beschriebenen Höhe. Sie improvisierte nichts, sie kürzte nichts ab, sie verließ sich keine Sekunde auf ihr Gefühl — weil sie in der Pferdesituation keines hatte, dem sie hätte trauen können.</p><p class="bodytext">Das Pferd erkannte die Hilfen sofort. Präzise gegeben, verständlich, in der richtigen Reihenfolge. Es tat genau das, was es gelernt hatte, ruhig und kooperativ, Übung für Übung. Es wurden die saubersten Übungen des Vormittags — ohne Erfahrung, trotz Bedenken und Unsicherheit.</p><p class="bodytext">In der Nachbesprechung war sie erleichtert – und stolz. Ihr Learning formulierte sie selbst: In unbekanntem, sogar als unheimlich empfundenem Terrain kann es zum Erfolg führen, sich genau an die vorgegebenen Spielregeln zu halten und sich so durch die Situation zu bewegen. Viele Wege führen nach Rom – und zum Erfolg in den Übungen !</p>]]></description>
                                <pubDate>Tue, 18 Aug 2026 13:43:37 +0000</pubDate>
                                <guid>https://www.lernenvompferd.de/b/die-teilnehmerin-die-angst-hatte--und-die-aufgabe-am-besten-loste</guid>
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                                <title><![CDATA[Das Pferd, das lieber die Zuschauer ansah]]></title>
                                <description><![CDATA[<p class="bodytext">Der freundlichste Teilnehmer des Seminars. Verbindlich, angenehm im Umgang, nie laut. Nach drei Minuten in der Bahn hatte er das Pferd vollständig verloren — und wusste nicht, warum.</p><br /><p class="bodytext">Gleiche Übung, gleicher Vormittag, anderer Teilnehmer. Er ist der Angenehmste in der Gruppe: freundlich, verbindlich, hört zu, drängt sich nie vor. Everybodies Darling – das möchte er sein. Auch für seinen Führungspartner Pferd.</p><p class="bodytext">Er betritt die Bahn und seine Körperspannung fällt ab. Die Schultern hängen, der Strick baumelt, die Bewegungen werden fahrig. Sein Blick wandert — zu den Kollegen am Rand, zum Hallentor, zurück zum Boden. Zum Pferd sieht er kaum. Die Kommandos gibt er leise und mehr an sich selbst gerichtet als an das Tier, und er gibt sie so, wie man eine Formalie erledigt. Das Pferd schlendert los. Es bleibt stehen, wo es will, dreht ab, wo es will, und interessiert sich sichtlich mehr für die Zuschauer als für den Menschen an seinem Strick. Nach drei Minuten macht es sein eigenes Programm.</p><p class="bodytext">Auch das ist kein Vorwurf. Er wollte niemanden bedrängen, weder Mensch noch Tier — eine Haltung, die im Umgang mit Kollegen viel für sich hat. Nur brauchen Pferde, genau wie Mitarbeitende und auch Kinder, klare und eindeutige Signale. Damit können sie hervorragend umgehen, und wenn sie sie verstehen, stellen sie sich gern darauf ein. Unklare und widersprüchliche Ansagen dagegen verwirren sie und bringen sie aus dem Konzept. Ein Pferd, das nicht weiß, was gemeint ist, entscheidet selbst.</p><p class="bodytext">In der Auswertung war es ein Kollege, der den Satz sagte: „So läuft das bei uns im Team auch." Es blieb still danach. Der zweite Durchgang lief besser, aber darum ging es an diesem Vormittag gar nicht mehr.</p>]]></description>
                                <pubDate>Tue, 18 Aug 2026 13:43:12 +0000</pubDate>
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                                <title><![CDATA[Der Mann, der alles richtig machen wollte]]></title>
                                <description><![CDATA[<p>Eine Stange liegt auf dem Boden. Das Pferd am Strick darüberführen — mehr ist die Aufgabe nicht. Es ist fast die einfachste Übung des ganzen Seminars. Und eine, die ganz viel zeigen kann.</p><br /><p class="bodytext">Eine Stange liegt auf dem Boden. Die Aufgabe: ein Pferd am Führstrick darüberführen. Mehr nicht. Es ist eine einfache Übung im Seminar — ein Pferd geht über Stangen, wenn es das kennt und man ihm etwas Zeit lässt. Der Teilnehmer, Bereichsleiter in einem mittelständischen Unternehmen, hat vorher gesagt, er wolle es ordentlich machen. Und auf jeden Fall die Stange überwinden und die Aufgabe mustergültig lösen.</p><p class="bodytext">Er nimmt den Strick kurz. Die Schultern hoch, der Kiefer fest, der Blick fixiert die Stange. 100 % Fokus und Wollen. Und dann beginnt er mit dem Pferd zu „arbeiten“. Das Pferd macht einen Schritt zur Seite — er schneidet ihm den Weg ab. Das Pferd hebt den Kopf — er zieht am Strick. Jede Bewegung und Reaktion des Tieres beantwortet er sofort, mit mehr Körper, mit mehr Stimme, mit lauteren Kommandos. Nach einer halben Minute weiß das Pferd nicht mehr, worauf es reagieren soll bei diesem Übermaß an Energie. Es wirft den Kopf hoch, weicht seitlich aus, weg von der Stange auf dem Boden - und bleibt dann einfach stehen.</p><p class="bodytext">Was hier passiert ist, hat mit Können nichts zu tun. Er wollte die Aufgabe lösen und hat dafür getan, was ihm im Beruf zuverlässig hilft: mehr Einsatz, mehr Kontrolle, schnellere Reaktion. Nur liest ein Pferd keine Absicht. Es liest Anspannung. Und was bei ihm als Bereichsleiter Anleitung und Führung war, kam auf der anderen Seite des Stricks als Bedrohung an. Reizüberflutung, jede Sekunde ein neues Signal, keines davon eindeutig.</p><p class="bodytext">Für den zweiten Versuch gab es nur einen Tipp von mir: gar nichts tun außer los zu gehen. Er ließ den Strick lang, sah nach vorn und ging los. Das Pferd zögerte kurz, dann kam es mit. Über die Stange, ohne einen einzigen Befehl. In der Auswertung sagte er einen Satz, den ich seitdem oft zitiere: „Ich habe die ganze Zeit gedacht, ICH muss das Pferd über die Stangen bringen. Dabei konnte ich es machen lassen und durfte es nur begleiten.“ Manchmal ist weniger Druck und Kontrolle nicht die weichere, sondern die wirksamere Führung.</p>]]></description>
                                <pubDate>Tue, 18 Aug 2026 13:42:47 +0000</pubDate>
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